Am 28.04.2009 fand in der TU Chemnitz eine Veranstaltung mit Felix Menzel statt. Bei dieser von aktiven Neonazis organisierten Veranstaltung wurden Besucher_innen von Seiten der Veranstalter als auch von Seiten des Publikums, welches zu einem großen Teil aus Nazis bestand, bedroht. Wird es weitere Veranstaltungen solcher Art mit Drohungen gegen das Publikum durch diese Organisatoren geben? Wir fordern eine konkrete Stellungnahme der TU Chemnitz!

Im Rahmen eines Vortrags wurde das Buch “Medienrituale und politische Ikonen” von Felix Menzel vorgestellt. Er ist Chefredakteur der Blauen Narzisse, die sich selbst als neurechts bzw. rechts konservativ bezeichnet. Dem entsprechend sah auch das Publikum aus – das Who is Who der Chemnitzer Nazi-Szene. So waren Martin Kohlmann (Pro Chemnitz.DSU), Sven Willhardt (NPD), Benjamin Jahn Zschoke und diverse Personen der “Freien Kräfte” anwesend. Als Veranstalter trat eine Gruppe von “unabhängigen Studenten” auf, die merkwürdiger Weise starke personelle Übereinstimmen des neonazistischen “Freien Netz Chemnitz” aufwies. Dabei wurden gegenüber anwesenden BesucherInnen klar gemacht, dass falls es Störungen geben sollte vom Hausrecht gebraucht gemacht wird. “Wir haben Leute, die ihr schon aus anderen Gelegenheiten [Demonstrationen gegen Nazis] kennt, die das durchsetzen” kam dabei vom Veranstalter. Der Satz, der an das erwartete kritische Publikum gerichtet war, zeigt das menschenfeindliche Potenzial des Organisatoren-Kreises. So kam es nicht nur zu Gewaltandrohungen der Organisatoren, sondern auch innerhalb der einleitenden Worte des Veranstalters. Bei Nicht-Interesse an einer Diskussion, hieß es, sei es “dann […] ja möglich sich draußen zu treffen”.

Zum Vortrag gibt es jedoch nicht allzu viel zu sagen. Neben dem schwadronieren in schon fast religiösen Begriffen und das Herunterbeten von absoluten Menschenbildern, wurde am Ende nur zitiert. Konservative und “Neu Rechte”-Ideologen hier, etwas von faschistischen Theoretikern dort – Am Ende stand der herbeigesehnte autoritäre Staat, der Sicherheit herstellt. Während der fragwürdigen Darbietung kam es zu einem konstanten Zustrom von Neonazis, die schon öfters durch gewalttätige Übergriffe auf Personen aufgefallen sind. Sollte durch diese Personen das “Hausrecht” durchgesetzt werden? Scheinbar durch die vorangegangen Äußerungen fühlten sich Menschen bedroht – in der TU Chemnitz! So kann das Erscheinen von PolizeibeamtInnen während der Veranstaltung und vor dem Universitätsgebäude erklärt werden. Letzten Endes lässt sich über die Veranstaltung nicht viel sagen, außer dass die vermittelnden “wissenschaftlichen” und politischen Inhalte in jeder Hinsicht fragwürdig waren. Des weiteren wirft diese Veranstaltung Fragen auf: Wird es weitere Veranstaltungen von Neonazis an der TU Chemnitz geben und werden kritische BesucherInnen an der TU Chemnitz bei diesen weiter bedroht?

Wir fordern die TU Chemnitz zu einer Stellungnahme auf zur Klärung dieser Fragen!