“aktuelles von der freiheitsinsel kuba” ist der Titel einer Serie in den aktuellen Linksworten. Allein die Bezeichnung “freiheitsinsel” für einen der letzten “real existierenden” sozialistischen Staaten zeigt, wessen Geistes Kind der Autor zu sein scheint. Ein Staat, in dem Oppositionelle eingesperrt werden und die kommunistische Partei seit über 40 Jahren uneingeschränkt als Staatspartei operiert, wird gegen jegliche emanzipatorische Kritik verteidigt.

Im Angesicht ihrer Zeit war die kubanische Revolution zwar ein Fortschritt. Die korrupte Batista-Herrschaft wurde gestürzt und vor allem im Bildungs- und medizinischen Bereich enorme Verbesserungen erzielt. Dennoch waren Ernesto Che Guevara und Fidel Castro vor allem eines: Nationalbolschewisten. Guevaras “hombre nuevo”, der “neue Mensch”, ist das Abbild einer kollektivistischen Gemeinschaftsideologie. Opferbereitschaft und freiwillige Arbeitseinsätze waren seine zentralen Forderungen. Das heutige Kuba zeigt sich ähnlich: Nicht Selbstverwirklichung und Individualität, sondern Unterordnung und Gemeinschaft sind charakteristisch für die Gesellschaft, wichtige Menschenrechte werden immer noch nicht garantiert. Sieht so eine “freiheitsinsel” aus? Aus dem stalinistischen Blickwinkel des Linksworte Autors anscheinend: “Die Führung muss Macht ausüben, um die Revolution zu verteidigen. Die Entscheidungsspielräume einer Führung liegen in diesem Falle fast bei Null. Menschenrechtsfaseleien muss man überhören.”

Die ideologische Verteidigung eines Systems ist wichtiger als “Menschenrechtsgefasel”. “Menschenrechtsgefasel” - man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen, denn was, wenn nicht die Menschenrechte, können unumstößliche Standards emanzipatorischer Politik darstellen, an dem sich alle Realpolitik messen können muss? Immerhin besser, als ein “Puff, wo sich frigide Ami-Weiber einen Neger mieten konnten, der es ihnen besorgte”, mag der Autor meinen. Und auch für völkische Ideen hat er Verständnis: “Dieser Abriss ist notwendig, um zu verstehen, dass es für die Kubaner ein nationales Selbstverständnis ist – Kuba den Kubanern.” - Volksfrontmedien könnte es nicht besser ausdrücken. Das stalinistische Geschwafel Dr. Michael Matthes wäre in der “Deutschen Stimme”, dem “Rotfuchs” oder der Parteizeitung der DKP sicher besser aufgehoben gewesen. Dort kann er dann auch gleich einen Artikel über die DDR als besseres Deutschland, den Gulag in seiner realsozialistischen Notwendigkeit, oder Pjöngjang als Paradies der werktätigen Massen schreiben.