Brandanschlag auf CJD-Büro verübt
11. Juni 2010
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Freie Presse vom 11. Juni
Freiberg. Auf das Freiberger Büro des Christlichen Jugenddorfwerks (CJD) in der Himmelfahrtsgasse ist gestern ein Brandanschlag verübt worden. Wie die Polizei meldete, landete gegen 7.30 Uhr ein Molotow-Cocktail zunächst an der Fassade, der zweite durchschlug eine Fensterscheibe und flog ins Büro des Vereins. Die Flammen konnten von Mitarbeitern gelöscht werden. Verletzt wurde niemand. Feuerwehrleute sicherten den Ort, um einen Schwelbrand zu verhindern. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen. (BK)
Der CJD unter Herrn Dr. Düsing hat maßgeblich dazu beigetragen, die jüdische Geschichte in Freiberg und die dunkle Geschichte der Zwangsarbeit wieder ans Tageslicht zu befördern. Daraus entstanden viele Publikationen und u.a. die Internetseite Juden in Mittelsachsen. Es ist also möglich, dass es sich, ebenfalls wie beim Brandanschlag auf den Roten Weg vor wenigen Monaten, um einen Naziangriff handelt.
Update:
Der mutmaßliche Täter hat sich mittlerweile gestellt, wie die Freie Presse vom 12.06. berichtete und unsere Vermutung war wohl etwas voreilig:
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Freiberg. Der Brandanschlag auf das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) in Freiberg ist aufgeklärt: Ein 24-Jähriger hat sich am Donnerstagnachmittag gestellt. Er gab bei der Polizei zu, am Morgen des gleichen Tages zwei Molotow-Cocktails gegen das CJD-Büro an der Himmelfahrtsgasse geworfen zu haben.
Während ein Brandsatz von der Fassade abgeprallt war, hatte der zweite eine Fensterscheibe im ersten Stock durchschlagen. CJD-Mitarbeiter konnten die Flammen löschen. Verletzt wurde niemand. Der Schaden liegt ersten Schätzungen zufolge bei 10.000 Euro. So waren neben dem Fenster auch Wand- und Deckenverkleidung, Gardine, Heizung, ein Papierständer und Auslegeware beschädigt worden.
Bei seiner Vernehmung gab der junge Mann weitere Straftaten zu. In der Nacht zum 8. Juni habe er auf der Waisenhausstraße die Scheibe des Museums-Schaukastens eingeschlagen und die Spiegel mehrerer Fahrzeuge im Bereich Weingasse/Heubnerstraße abgetreten. Als Motiv nannte er nach Polizeiangaben “fehlende Aufmerksamkeit”. Die Ermittlungen dauern an, der 24-Jährige wurde inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt.
Der junge Mann war 2009 in einem sozialen Kurs beim CJD betreut worden. “Da solche Maßnahmen stets zeitlich begrenzt sind, werden viele im Anschluss wieder auffällig. Selten wird eine geeignete Nachsorge gefunden”, erklärt Monika Schlesier, die Leiterin der CJD-Außenstelle in Freiberg. Häufig seien Konflikte im Familien- und Freundeskreis die Ursache auffälligen Verhaltens. Monika Schlesier will den 24-Jährigen nun in einem Brief auffordern, mit Eimer und Schrubber einen Teil des angerichteten Schadens zu beheben. Zudem wolle sie eine sinnvolle Beschäftigung für ihn finden.
