Ausgabe #73 - Mai/Juni 2010
20. Mai 2010
Editorial der Ausgabe #73 - Mai/Juni 2010
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
am 13. Mai eröffnet das neue Kaufhaus an der Petersstraße. An die Geschichte des ehemaligen Schocken-Kaufhauses, dessen Gebäude fast 100 Jahre an gleicher Stelle stand, soll nun eine Tafel am erhalten gebliebenen Gewölbe erinnern. Wer sich intensiver mit der Geschichte befassen möchte, dem oder der sei noch einmal Michael Düsings Artikel in unserer letzten Ausgabe ans Herz gelegt.
Ansonsten könnte man meinen, dass in Freiberg momentan alles schief läuft, was schief laufen kann. Gegen die geplante Umgehungsstraße laufen zwei Klagen, weitere könnten sich anschließen. Der Baustart verzögert sich also weiterhin. Auch die Debatte um angeblich fehlende Parkplätze hat wieder an Fahrt aufgenommen, seitdem das Parkhaus an der Fischerstraße und nun auch die Tiefgarage unter dem Schlossplatz - ebenso wie die Neubauten der TU - auf der Kippe stehen. Nun soll erstmal an der Ehernen Schlage Baufläche freigehalten werden. Warum nicht gleich so?
Auch neonazistische Gewalt und Propaganda ist wieder verstärkt zu beobachten. So wurde vom 20. auf den 21. März ein Brandanschlag auf das Haus am Roten Weg verübt, in dem sich u.a. auch unsere Redaktion befindet. Zu einem Aufschrei der Empörung hat das allerdings leider nicht geführt, weshalb wir uns in dieser Ausgabe darüber Luft machen.
Ebenso weitgehend unbeachtet sind weiterhin die Lebensbedingungen, denen Flüchtlinge in Deutschland ausgesetzt sind. Neben einem Bericht über Reza Ghanbary, der seit fast 15 Jahren in Deutschland lebt und nun vor seiner Abschiebung steht, haben wir - in der wahrscheinlich naiven Hoffnung, damit etwas erreichen zu können - die Zustände im Asylbewerberheim auf der Chemnitzer Straße zur Schau gestellt. Passend dazu gibt es am 20. Mai auch eine Veranstaltungen mit dem Sächsischen Flüchtlingsrat im Roten Weg, zu der wir recht herzlich einladen.
Unser Antrag beim Lokalen Aktionsplan für eine Informationsbroschüre über Nazistrukturen in Freiberg und Umgebung wurde übrigens unter der Begründung abgelehnt, dass die Broschüre nicht auf den gesamten Landkreis angelegt sei, was so erstens nicht stimmt und zweitens kein Kriterium des Lokalen Aktionsplans ist. Wir werden uns nun nach einer anderen Fördermöglichkeit umsehen. Bis dahin sind viele Informationen auch auf unserem Blog unter freibaerger.org verfügbar, über den auch über die Zeitung hinaus über aktuelle Ereignisse berichtet wird.
Die Redaktion
Die aktuelle Ausgabe des FreibÄrger ist am 17. Mai erschienen und wird hier verkauft.
Inhalt:
Thema
Eindrücke aus einem anderen Leben
Hoffnung für Reza Ghanbary
Netzwerk Migration Mittelsachsen
Lokales
Neonazistische Gewalt nicht stillschweigend hinnehmen
1. Mai in Freiberg
Vegetarische Volxküche
Neues aus dem Stadtrat
Kultür
Lügendetektor
Reba 84 muss die Türen schließen
Politics
Sachsen kürzt
Zur Abschaltung der Freien Radios
Antifa
Mittelsachsen: 6 aktuelle Angriffe
Nazi-Deckert scheitert mit Klage
Theorie
Was könnte der Faschismus sein?





