05. Mai 2009
Seit mehr als zwanzig Jahren beschäftigen sich Schwarze Menschen mit Schwarzer deutscher Geschichte, historischem und gegenwärtigem Rassismus und Antidiskriminierungsmaßnahmen. Es sind inzwischen zahlreiche Bücher Schwarzer AutorInnen erschienen, die diese Themen in unterschiedlicher Weise behandeln und vor allem Rassismus in seinen verschiedenen Facetten dekonstruieren mit dem Ziel, die rassistischen Verhältnisse, unter denen Schwarze Menschen leben müssen, abzubauen.
“Deutschland Schwarz Weiß” ist eine gelungene Spiegelung rassistischer Lebensrealitäten, die großen Teilen der weißen Mehrheitsgesellschaft auch heute noch nicht oder nur unzureichend bekannt sind und ist daher als weiterer Baustein zu einer rassismusfreien Gesellschaft zu sehen.
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Autor: Tahir Della
Erschienen in Ausgabe #63, Thema
Stichwörter: Buchtipp, externer Autor, Rezension
05. Mai 2009
Deutsch-Südwestfarika 1904-1908
Am 26.6.2008 debattierte der Deutsche Bundestag zum wiederholten Male über den Völkermord an den Herero und Nama, verübt von kaiserlichen Truppen in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Der Antrag der Fraktion “Die Linke”, das Recht der Herero auf Entschädigung anzuerkennen, wurde abgelehnt. Stattdessen wurde eine Intensivierung der Entwicklungszusammenarbeit in Aussicht gestellt. Wie historisches Unrecht wiedergutzumachen ist, ist umstritten, und einen Königsweg dazu gibt es nicht. Ob Zahlungen an eine bestimmte Opfergruppe oder an die Solidargemeinschaft der nun unabhängigen Nation, darüber kann man debattieren, wenn sichergestellt ist, dass die Solidargemeinschaft nun auch wirklich solidarisch ist mit den Nachkommen der damaligen Opfer.
Allerdings sollten im Zuge der Debatte nicht die historischen Fakten bis zur Unkenntlichkeit verzerrt werden. Zwar ist es wahr, dass alle afrikanischen Gruppen in Südwestafrika Opfer des Kolonialismus wurden, das schließt auch die Ovambo ein, die heute die Mehrheit stellen, jedoch wurden nicht alle gleichermaßen Opfer des Genozids. Dieser traf vor allem die Herero und Nama, und dessen Folgen sind noch heute zu spüren. Zwar kann man über die Form der Wiedergutmachung für den Genozid in dem bescheidenen Rahmen, in dem dies überhaupt möglich ist, diskutieren, die Tatsache, dass es sich um Genozid gehandelt habe, lässt sich jedoch nicht in Frage stellen.
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Autor: Jürgen Zimmerer
Erschienen in Ausgabe #63, Thema
Stichwörter: Afrika, externer Autor, Herero, Kolonialismus, Nama, Völkermord
05. Mai 2009
Anlass für den Schwerpunkt Ausgabe Juli 2008 des FreibÄrgers ist die Veranstaltung zu “Polizei und Rassismus”, die Ende Mai 2008 in Freiberg stattgefunden hat. Im Rahmen der Diskussion deuteten viele Äußerungen daraufhin, wie tief sitzend und verbreitet der Rassismus schwarzen Menschen gegenüber ist; sei es, dass Schüler davon berichteten, dass ihr Biologielehrer wie selbstverständlich den Begriff des Negers gebrauche und Kritik daran nicht zulasse, sei es, dass ein afrikanischer Student erzählte, wie er in der Stadt regelmäßig rassistisch beleidigt und dabei u. a. als Affe bezeichnet wird.
Dies macht deutlich, wie notwendig eine intensive Auseinandersetzung mit dem Rassismus Schwarzen gegenüber ist.
Da wir der Ansicht sind, dass im Zusammenhang mit Deutschland die äußerst rassistisch geprägte, oft aber unbekannte oder verdrängte deutsche Kolonialgeschichte einen wichtigen Aspekt des Themas darstellt, haben wir auch einen Artikel zu einem der negativen Höhepunkte deutscher Kolonialgeschichte, dem Völkermord in Namibia an den Herero und Nama, in diese Ausgabe übernommen.
Autor: Die Redaktion
Erschienen in Ausgabe #63, Thema
Stichwörter: Rassismus, Vorwort
05. Mai 2009
Auf den Spuren der Mächtigen von morgen
Das Wort “Elite” ist seit einiger Zeit in aller Munde. Insbesondere aus konservativen und liberalen Kreisen hört man den Satz “Deutschland braucht eine Elite um das Land voranzubringen”. Allerdings ist damit nicht klar wer zur Elite gehören soll und wer nicht. Wer legt die Kriterien fest, die die Menschen in Elite und Nicht-Elite einteilt?
Julia Friedrichs, eine junge Journalistin, hat sich in ihrem Buch “Gestatten: Elite” mit genau diesen Fragen beschäftigt. Nachdem sie sich bei der Unternehmensberatung McKinsey beworben hatte, wurde sie zu einem Bewerberwochenende in Griechenland eingeladen und hielt bald darauf ein Jobangebot in der Hand. Mit einem Einstiegsgehalt von 65.000 Euro im Jahr, Dienstwagen und eigenem Laptop war die Versuchung natürlich groß. Friedrichs lehnte jedoch ab und machte sich auf die Suche nach der Elite in Deutschland.
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Autor: Rolf Schmidt
Erschienen in Ausgabe #63, Kultür
Stichwörter: Buchtipp, Rezension
05. Mai 2009
Jugendrevolte und globaler Protest
Der Historiker Norbert Frei (Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena) war 1968 selbst noch ein Kind und unterscheidet sich dadurch von vielen anderen Autoren, die zum Thema “68″ schreiben und selbst dabei waren. Er hat mehrere Bücher zum Nationalsozialismus veröffentlicht.
Norbert Frei betrachtet “68″ als “Chiffre”, die erst im Nachhinein montiert wurde. Er betrachtet “68″ als einen “Assoziationsraum gesellschaftlicher Zuschreibungen und auktiorialer Selbstdeutungen, eine beispiellos florierende Begegnungsstätte, in der die Aussagen der Akteure und die Entgegungen ihrer Kritiker, die Wahrnehmungen der Zeitgenossen und die Beobachtungen der Nachgeborenen aufeinandertreffen.” Konsequenterweise verwendet Frei daher “68″ auch in Anführungszeichen.
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Autor: Rolf Schmidt
Erschienen in Ausgabe #63, Kultür
Stichwörter: Buchtipp, Rezension