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KZ Freiberg: Geheime Schwangerschaft

KZ-FreibergEine Buchkritik

Infolge des wachsenden Arbeitskräftemangels wurden seit dem Frühjahr 1942 zunehmend jüdische KZ-Häftlinge als Zwangsarbeiter insbesondere in der deutschen Rüstungsindustrie eingesetzt. Die Häftlinge wurden dazu in die Orte vor allem im Reichsgebiet gebracht, in denen sich Industriebetriebe befanden und dort in so genannten Außenlagern untergebracht. Die Außenlager waren den Haupt-Konzentrationslagern zugeordnet, verfügten allerdings über eigene Lagerstrukturen. Die rücksichtlosen Arbeitseinsätze der Häftlinge stellten ihrer Intention nach einen Teil des systematischen Vernichtungsprozesses der Juden dar. Auch dem KZ Flossenbürg in Franken waren über 100 solche Außenlager zugeordnet.

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Die NPD im Superwahljahr 2009

Ein Kommentar

Das Freiberger Wetter zeigte sich am 22. November von seiner winterlichen Seite und bescherte der Stadt einen mittleren Schneesturm. Dieser dürfte einer der Gründe gewesen sein, warum nur etwa zehn Gäste den Weg in das Pi-Haus fanden, um bei der Veranstaltung zur NPD im Superwahljahr, organisiert von Freiberger Interventionen, mit den Gästen auf dem Podium zu diskutieren.

Aus Dresden hatten Stefan Schönfelder von weiterdenken e.V.1), Achim Wesjohann, wissenschaftlicher Berater der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im sächsischen Landtag sowie zwei Vertreter von “Nazis im Parlament”, einer unabhängigen Recherche- und Dokumentationsgruppe2). In kurzen Vorträgen gaben sie einen Überblick über die politische Strategie und die Probleme die es innerhalb der Partei gibt, den Umgang der demokratischen Parteien im sächsischen Landtag mit der Rechtsextremen und die Chancen der NPD im Superwahljahr 2009. Anfang Dezember ist bei weiterdenken e.V. eine Broschüre erschienen, die sich mit genau diesen Themen beschäftigt und sei an dieser Stelle jedem Interessierten ans Herz gelegt3) . Das Fazit der Referenten über einen erneuten Wahlerfolg der NPD bei der Landtagswahl 2009 fiel ganz verschieden aus. Einerseits ist die rechte Partei in Sachsen mittlerweile gut in der Bevölkerung verankert, was sich auch an ihrem Erfolg bei der letzten Kommunalwahl ablesen lässt. Schließlich ist die NPD seit Juni 2008 in allen sächsischen Kreistagen vertreten. Andererseits gibt es in der Szene der sogenannten “freien Kräfte” viele Nazis, die der NPD nicht mehr wohl gesonnen sind. Viele der Mandatsträger in der NPD sind fest in der “nationalen Szene” verankert und kritisieren die Partei (trotzdem) für ihre vermeintlich fehlende Radikalität sowie ihre Angepasstheit an den Parlamentarismus, anstatt ihn zu bekämpfen. Nicht zuletzt sind auch wesentlich weniger finanzielle Mittel von der Landtagsfraktion in die Szene geflossen, als von dieser erhofft. Auch ist das Thema “Hartz IV”, welches die NPD im Jahr 2004 im Wahlkampf äußerst erfolgreich aufgegriffen hat, im nächsten Jahr allein sicher kein Zugpferd mehr bei der Wählergewinnung. Dabei ist jedoch anzumerken, dass damit in erster Linie die These unterstützt wird, dass die NPD-Wähler mehrheitlich sogenannte “Protestwähler” waren.

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Erfolgsgeschichte Bundesrepublik?

Erfolgsgeschichte BundesrepublikDie Nachkriegsgesellschaft im langen Schatten des Nationalsozialismus

Eine Buchkritik

Nächstes Jahr steht der 60. Geburtstag der Bundesrepublik an. Dies wird trotz der momentanen Fokussierung der Öffentlichkeit auf die Deutschen als Opfer der Geschichte sicher Anlass für eine verstärkte Beschäftigung mit den Kontinuitäten zwischen Drittem Reich und Bundesrepublik sein.

Bereits in diesem Jahr ist unter dem Titel “Erfolgsgeschichte Bundesrepublik? Die Nachkriegsgesellschaft im langen Schatten des Nationalsozialismus” zu diesem Thema ein von Stephan Alexander Glienke, Volker Paulmann und Joachim Perels herausgegebener Sammelband erschienen.

In diesem werden in 15 Aufsätzen von jeweils unerschiedlichen AutorInnen verschiedenste Aspekte einer solchen Kontinuität vor allem in den Anfangsjahren der Bundesrepublik in einer großen Breite an gesellschaftlichen Bereichen von Universitäten und Literatur über den Naturschutz bis zur Justiz untersucht.

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Nazis in Nadelstreifen

Nazis in NadelstreifenDie NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft

Andrea Röpke und Andreas Speit haben zusammen mit vier anderen Autoren einen aktuellen Überblick über das Auftreten und die politischen Strategien der NPD vorgelegt.

In acht Kapiteln zeigen sie sehr detailliert den Wandel der Partei auf, die “auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft” ist. Durch geschickte Themenwahl, Konzentration auf die “soziale Frage” und Integration in das alltägliche Leben schafft es die NPD immer mehr, als Partner und gleichberechtigte Partei wahrgenommen zu werden. Vor allem auf kommunaler Ebene gelingt ihr das sehr gut, denn die Parteimitglieder sind weder nur “alte Herren” oder Neonazisschläger, sondern anerkannte Bürger einer Gemeinschaft, vom Fahrlehrer bis zum Kleinunternehmer. Das haben ja auch die letzten Kommunalwahlen in Sachsen wieder gezeigt. Aber auch in den Landesparlamenten von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Partei professionalisiert und weiß das System, das sie eigentlich ablehnt, geschickt für ihre Zwecke zu nutzen. Damit einher geht auch die “intellektuelle Aufrüstung” durch ideologische und argumentative Mittel vor allem in der Jugendorganisation der Partei.

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Gestatten: Elite

Gestatten: EliteAuf den Spuren der Mächtigen von morgen

Das Wort “Elite” ist seit einiger Zeit in aller Munde. Insbesondere aus konservativen und liberalen Kreisen hört man den Satz “Deutschland braucht eine Elite um das Land voranzubringen”. Allerdings ist damit nicht klar wer zur Elite gehören soll und wer nicht. Wer legt die Kriterien fest, die die Menschen in Elite und Nicht-Elite einteilt?

Julia Friedrichs, eine junge Journalistin, hat sich in ihrem Buch “Gestatten: Elite” mit genau diesen Fragen beschäftigt. Nachdem sie sich bei der Unternehmensberatung McKinsey beworben hatte, wurde sie zu einem Bewerberwochenende in Griechenland eingeladen und hielt bald darauf ein Jobangebot in der Hand. Mit einem Einstiegsgehalt von 65.000 Euro im Jahr, Dienstwagen und eigenem Laptop war die Versuchung natürlich groß. Friedrichs lehnte jedoch ab und machte sich auf die Suche nach der Elite in Deutschland.

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1968

1968Jugendrevolte und globaler Protest

Der Historiker Norbert Frei (Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena) war 1968 selbst noch ein Kind und unterscheidet sich dadurch von vielen anderen Autoren, die zum Thema “68″ schreiben und selbst dabei waren. Er hat mehrere Bücher zum Nationalsozialismus veröffentlicht.

Norbert Frei betrachtet “68″ als “Chiffre”, die erst im Nachhinein montiert wurde. Er betrachtet “68″ als einen “Assoziationsraum gesellschaftlicher Zuschreibungen und auktiorialer Selbstdeutungen, eine beispiellos florierende Begegnungsstätte, in der die Aussagen der Akteure und die Entgegungen ihrer Kritiker, die Wahrnehmungen der Zeitgenossen und die Beobachtungen der Nachgeborenen aufeinandertreffen.” Konsequenterweise verwendet Frei daher “68″ auch in Anführungszeichen.

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