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Film und Gespräch: Zur falschen Zeit am falschen Ort

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Donnerstag, 03. November 2011 | 19:00 Uhr | Alte Mensa Petersstraße
Zur falschen Zeit am falschen Ort
Film und Gespräch mit der Regisseurin Tamara Milosevic

Potzlow, Brandenburg 450 Einwohner. Im Juli 2002 wurde hier der 17-jährige Marinus von drei Jugendlichen brutal gefoltert, zu Tode misshandelt und in einer Jauchegrube verscharrt. Matthias war Marinus Freund und hat seine Leiche ausgegraben. Seitdem ist er traumatisiert und leidet unter schweren Depressionen. Die Schule hat er, der „Verräter“ abgebrochen und die nächsten Monate vor dem Fernseher auf seinem Zimmer verbracht. Nun sucht er einen Neuanfang. Er sei nur verstockt, sagt sein Vater, er ruhe sich darauf aus, auf
der „schlimmen Sache“ und früher hätte man sich mehr um die Kinder gekümmert. Die Eltern sind schuld sagt der Bürgermeister, und die Medien wollen nur schnelle Antworten, dabei sei doch die Tat nicht geplant gewesen, die wollten nur mal die Sau rauslassen. Man hat darüber geredet, aber „irgendwann muss das mal wieder aufhören“. Potzlow ist zur Tagesordnung zurückgekehrt: man trinkt, kifft und trinkt. Wer grübelt, der ist schwach, einer wie Marinus, einer wie Matthias.

Zur falschen Zeit am falschen Ort ist ein Dokumentarfilm von Tamara Milosevic aus dem Jahre 2005, der sich mit dem im Juli 2002 verübten Mord an dem 16-jährigen Marinus Schöberl durch drei Jugendliche auseinandersetzt.

Tamara Milosevic hat die Filmakademie Baden Württemberg absolviert, der mehrfach ausgezeichnete Film war ihre Abschlussarbeit.

„Ein Ort in Brandenburg, wie jeder andere, wie kein anderer. Tamara Milosevic erzählt nicht einfach die Geschichte eines grausamen Mordes, sie macht den Schauplatz eines Verbrechens bildlebendig. Der Film führt seine Figuren nicht vor, er verfügt nicht über sie, sondern erschrickt selbst über das Geschehen. Ein Gehege voll klirrender Kälte und drogenseliger Gemütlichkeit, ein Überfall auf den Zuschauer ohne pädagogischen Rat und kurzschlüssige Folgerungen.“

Aus der Begründung der Jury zum First Steps Award

Von der Veranstaltung ausgeschlossen sind Personen, die neonazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind.

Film-und Diskusionsabend über den arabischen Aufstand

Veranstaltungshinweis

Donnerstag, 29. September | 18 Uhr | InCa

Liebe Freunde,

wir laden Euch herzlich zum Film- und Diskusionsabend über den arabischen Aufstand am 29.09.2011 um 18 Uhr ins InCa ein. Ein marokkanischer Regisseur Hakim El Hachoumi kommt aus Berlin. Er arbeitet als freier Filmschaffender und Dozent an der Freien Universität Berlin.

Wir wollten erst den ägyptischen Film Yacoubian Building (OMARET YAKOBEAN) aus Ägypten 2006 zeigen.
Aber der Film dauert sehr lange. Deshalb gibt es Veränderungen. Wir zeigen erst einen kurzen Dokumentarfilm und danach wird es eine Diskusionsrunde über politisches und gesellschaftliches Leben in Nahen Osten geben.

Schöne Grüße
Solongo

60 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention

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Pressemitteilung des InCa

„Zugang zu einem geordneten Asylverfahren für alle Schutzsuchenden ist das Gebot der Stunde!“

Die Genfer Flüchtlingskonvention wurde vor sechzig Jahren am 28. Juli 1951 verabschiedet. Sie legte erstmals Kriterien fest, wann ein Mensch als Flüchtling gilt. Demnach werden Flüchtlinge als Personen definiert, die sich auf Grund der begründeten Furcht vor Verfolgung ihren eigenen Staat verlassen haben und die sich auf den Schutz des eigenen Staates nicht mehr verlassen können.

Kernbestand der Genfer Flüchtlingskonvention ist das Verbot der Abschiebung, dass kein Flüchtling in jene Gebiete zurück verwiesen werden darf, wo sein Leben oder seine Freiheit bedroht ist. Mit dem Verbot der Abschiebung steht jedes Land in der Pflicht, das der Genfer Flüchtlingskonvention beigetreten ist, ein ordentliches Asylverfahren durchzuführen. Dazu gehören auch Länder wie Griechenland und Italien.

„Angesichts der Abwehrpolitik gegenüber Flüchtlingen aus Nordafrika ist der Zugang zu einem geordneten Asylverfahren für alle Schutzsuchende das Gebot der Stunde“, fordert Hans de Lange. Viele Menschen auf der Flucht erreichen die Europäische Union gar nicht mehr; hilfslose Bootsflüchtlinge aus Nordafrika werden ihrem Schicksal überlassen. Schätzungen zufolge verloren im Mittelmeer seit Jahresanfang mehr als Tausend Flüchtlinge ihr Leben.

Der Arbeitskreis Ausländer und Asyl Freiberg e.V., die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Petri-Nikolai und das CJD Chemnitz nehmen das 60. Jubliläum der Genfer Flüchtlings Konvention zum Anlass, den 25. Tag des Flüchtlings am 30. September 2011 in Freiberg zu gestalten. An dem Tag wird Volker Maria Hügel, Vorstandsmitglied PRO ASYL, um 17 Uhr in Petrikirche über die aktuelle Bedeutung der Genfer Flüchtlingskonvention referieren. Nach seinem Vortrag und Diskussion sind die Besucher zu einem internationalen Abendessen eingeladen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, sich einige Beispiele von Flüchtlingsbiografien aus Freiberg näher anzusehen.

Antiziganismus – das Gerücht über die „Zigeuner”

Samstag, 16. Juli 2011 | ab 11 Uhr | Roter Weg 43, Freiberg
Workshop der Initiative „Geschichte vermitteln“ aus Leipzig

Antiziganismus ist auch in der Bundesrepublik nach wie vor präsent. Antziganistische Diskriminierungen sind dabei keineswegs bloß Einzelerscheinungen. Die von solcherlei Diskriminierungen betroffenen Menschen sind längst nicht mehr nur verbalen Beleidigungen ausgesetzt. Körperverletzungen aber auch Brandanschläge gehören leider zum traurigen Repertoire von antiziganistischen Zuständen in diesem Land. Das jene Menschen nebenher auch jede Menge Erfahrung mit institutioneller Diskriminierung machen, muss nicht sonderlich betont werden.

Dieser Workshop soll einer Einführung in die Thematik dienen. Zunächst werden vermittels einer historischen Explikation des Phänomens „Antiziganismus“, mit besonderem Fokus auf die Ausgrenzungs- und Vernichtungspraxis während des Nationalsozialismus, die historischen Dimensionen von antiziganistischer Diskriminierung dokumentiert. Anschließend wird der schwierige Kampf um die Anerkennung als Opfergruppe thematisiert. Dabei soll bereits deutlich werden, dass sich antiziganistische Kontinuitäten ohne größere Brüche bis in die heutige Zeit fortschreiben konnten.
Im zweiten Teil des Workshops wird die aktuelle Situation von „Roma und Sinti“ dargestellt. Neben den antiziganistischen Zuständen in der Bundesrepublik liegt der Schwerpunkt unserer Betrachtung auf einigen ausgewählten osteuropäischen Ländern.
Abschließend möchten wir in einer gemeinsamen Diskussion mögliche Strategien der Dekonstruktion von antiziganistischen Bilder erörtern.

Die Leipziger Initiative „Geschichte vermitteln“ arbeitet bereits seit über einem Jahr an diesem Thema. Sie hat im vergangenen Jahr in Leipzig und der näheren Umgebung zahlreiche Veranstaltungen organisiert, die sich allesamt kritisch mit der traurigen Aktualität des Antiziganismus beschäftigten.

Nachtschwärmer Opening@Villa

Veranstaltungshinweis

Donnerstag, 28. April 2011 | 21:00 Uhr | Villa (Ex Pi-Haus) Beethovenstr. 5
Minox & S\mü (Style: House)

Im ehemaligen Pi-Haus auf der Beethovenstraße findet nun wieder eine regelmäßige Veranstaltungsreihe statt. Angesetzt sind die Partys monatlich auf einen Donnerstag. Zum einen, um vermehrt Studenten anzusprechen und dem recht harten Konkurrenzkampf der Wochenendveranstaltungen aus dem Weg zu gehen. Der Name NachtSchwärmer bildet das Rahmenkonzept für die Reihe. Abwechselnd werden Richtungen wie House und zeitgenössische elektronische Clubmusik (HouseSchwärmer), Dubstep/Dub/Reggae (DubSchwärmer) sowie Drum&Bass&HipHop (BassSchwärmer) mit Gast-DJs präsentiert.

weitere Infos: elctronic-nights

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„…die Blumen haben fein geschmeckt.“ Lesung und Gespräch

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Dienstag, 19. April 2011 | 19:00 Uhr | Alte Mensa Petersstraße
„…die Blumen haben fein geschmeckt.“
Lesung und Gespräch

Niemand weiß genau, was an Weihnachten 1917 im sächsischen Scheibenberg mit Anna L. geschah. Doch am zweiten Weihnachtsfeiertag erhielt ihr Mann an der Kriegsfront in Belgien ein Telegramm: „Frau schwer krank, sofortige Einlieferung Landesirrenanstalt Zschadraß nötig. Bürgermeister Scheibenberg“. Damit begann Annas Zeit in psychiatrischen Einrichtungen, die damals noch „Heil- und Pflegeanstalten für Geisteskranke“ hießen. Fast die Hälfte ihres Lebens verbrachte sie dort als Patientin mit der Diagnose Schizophrenie. 1940 wurde Anna in der NS-„Euthanasie“ ermordet.

Über diese schwierige Geschichte wird in der Familie lange nicht gesprochen. Als die Kölner Journalistin und Autorin Daniela Martin zufällig auf die Geschichte ihrer Urgroßmutter Anna stößt, begibt sie sich auf Spurensuche. Sie findet viele Mosaik-Steine, die sie zu einem Porträt ihrer Urgroßmutter und dem Leben in dieser Zeit zusammenfügt.
Die so entstandene Biografie ihrer Urgroßmutter wird Daniela Martin an diesem Abend vorstellen.

weitere Informationen: www.weiterdenken.de

Fritz Bauer – Tod auf Raten

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Veranstaltungshinweis

Montag, 14. März | 20:30 Uhr | Kinopolis Freiberg

Im Rahmen des bundesweiten Filmfestivals „Ueber Mut“ wird „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ auch im Freiberger Kinopolis zu sehen sein. Der Film ist eine Hommage an den jüdischen Remigrant Fritz Bauer, der in den 50er und 60er Jahren einer der Juristen war, die sich besonders der Aufarbeitung der NS-Verbrechen widmeten. Im Anschluss wird es eine Diskussion mit Dr. Michael Düsing vom „Projekt Shalom“ geben.

Dokumentarfilm Jugend im Iran - zwischen Protest und Hoffnung

Veranstaltungshinweis

Dokumentarfilm Jugend im Iran - zwischen Protest und Hoffnung
am Dienstag, den 1. März 2011 ab 18 Uhr im Interkulturellen Café InCa (Domgasse 2a)

Im Iran werden Menschenrechte, Demokratie und Freiheit schon länger mit Füßen getreten. Anfang Juni 2009 hofften viele Iraner auf einen Regierungswechsel. Nach den Wahlen am 12. Juni 2009 wurden dann aber alle Hoffnungen mit einem vermeintlichen Sieg des Amtsinhabers Präsident Ahmadinejad zunichte gemacht. Zahlreiche Menschen kamen bei den zunächst friedlichen Protesten ums Leben.

Der iranische Filmacher Ali Samadi Ahadi möchte mit diesem Film verhindern, dass “Irans grüner Sommer” aus dem Gedächtnis der Weltöffentlichkeit verschwindet. Zugleich knüpft dieser Film an die gegenwärtige Welle von Aufständen in arabischen Ländern an. Nach der Filmvorführung, die circa 50 Minuten dauern wird, steht der Exiliraner Kuroush Mohammadi als Diskussionspartner zur Verfügung.

Ein Stück vergessene Stadtgeschichte: Das Schocken-Warenhaus in Freiberg Glanz und Zerstörung einer sächsischen Unternehmenslegende

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Donnerstag, 27. Januar 2011 | 19:30 Uhr | Alte Mensa Petersstraße
Das Schocken-Warenhaus in Freiberg

Gemeinsam mit dem Bildungswerk „Weiterdenken e.V.“ der Heinrich-Böll Stiftung Sachsen organisiert der FreibÄrger eine Veranstaltung zum Wirken der Gebrüder Schocken, die zu den bekanntesten und einflussreichsten sächsischen Unternehmerpersönlichkeiten gehörten, bevor die Nationalsozialisten deren Lebenswerk ab 1933 systematisch zerstörten. Am Beispiel des im März 1914 durch Simon und Salman Schocken begründeten Freiberger Schocken-Kaufhauses in der Petersstraße wird Dr. Michael Düsing (CJD Geschichtswerkstatt im „Bunten Haus“ am Wasserberg) über Anspruch, Wirkung und Untergang des heute fast vergessenen sächsischen Schocken-Konzerns berichten.

„Wirksamste Instrumente der deutschen Außenpolitik“ – Die weltweite Einflussarbeit der parteinahen Stiftungen

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Donnerstag, 25. November 2010 | 19:00 Uhr | Roter Weg 43
„Wirksamste Instrumente der deutschen Außenpolitik“ – Die weltweite Einflussarbeit der parteinahen Stiftungen

Vortrag und Diskussion mit Jörg Kronauer

Sie seien die „wirksamsten Instrumente der deutschen Außenpolitik“, urteilteeinst anerkennend der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog. Die Rede ist von den parteinahen Stiftungen wie etwa der Konrad-Adenauer- (CDU) oder der Friedrich-Ebert- Stiftung (SPD), die – mit hohen Beträgen aus staatlichen Haushalten finanziert – über ihre Auslandsbüros in aller Welt Einfluss ausüben. Sie werben um Verständnis für Putschisten wie jüngst in Honduras (Friedrich- Naumann-Stiftung, FDP), unterstützen antichinesische Milieus in Tibet (Heinrich-Böll-Stiftung, Bündnis 90/Die Grünen) oder arbeiten völkischen Kräften in Ungarn zu, die Auseinandersetzungen mit Nachbarstaaten provozieren (Hanns-Seidel-Stiftung, CSU). Im Ausland ruft die Arbeit der Parteienstiftungen immer wieder Proteste hervor, im Inland wird sie hingegen wenig beachtet – obwohl sie erhebliche Bedeutung für die weltweite Steigerung deutscher Macht besitzt. Der Vortrag gibt anhand konkreter Beispiele einen Überblick über die Aktivitäten der parteinahen Stiftungen und ihre Dienste für die inoffizielle Berliner Außenpolitik.