25. Mai 2009
Vortrag und Diskussion mit Sebastian Voigt

Aufgrund des jahrelangen Raketenbeschusses durch die militant-islamische Organisation Hamas kam es zum Jahreswechsel 2008/09 zu einem israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen. Dies führte in vielen deutschen und europäischen Großstädten zu antiisraelischen Massendemonstrationen. Als “Friedensdemonstrationen” getarnt, ging es dabei aber zumeist darum, den Hass gegen Israel auf die Straße zu tragen - das Leid im Gazastreifen war dazu nur ein Mittel zum Zweck. Holocaustvergleiche, Plakate, auf denen Hakenkreuz und Davidstern gleichgesetzt wurden und “Juden ins Gas”-Rufe ließen erahnen, wessen Geistes Kind die Mehrheit der Demonstrant_innen waren. Es ging ihnen nicht darum, einzelne, konkrete Maßnahmen der israelischen Politik zu kritisieren, sondern um ein antijüdisches Ressentiment. Es waren die größten antisemitischen Aufmärsche in Europa seit der Zerschlagung des Nationalsozialismus. Dabei demonstrierten Nazis, Islamist_innen und Linke gemeinsam. Fahnen der Hamas und der Hizbollah wehten neben denen der Linkspartei und immer wieder wurde offen zur Zerstörung Israels aufgerufen.
Bei dem Vortrag soll versucht werden, die grundlegenden Elemente des Antisemitismus darzulegen. Der Referent wird zudem das Verhältnis zwischen Antisemitismus und Antizionismus diskutieren sowie die Frage beantworten, warum die Solidarität mit dem jüdischen Staat gerade für eine emanzipatorische Staats- und Gesellschaftskritik unumgänglich ist.
Sebastian Voigt ist Mitglied des Leipziger “Bündnis gegen Antisemitismus” und Gründungsmitglied des BAK Shalom (Bundesarbeitskreis Shalom in der Linksjugend Solid).
Wann: 6. Juni, 19 Uhr
Wo: Jugendtreff Tee-Ei, Untermarkt, Freiberg
Wie immer gilt: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen bzw. rechten Parteien oder Organisationen angehören, der neonazistischen bzw. rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Autor: Redaktion FreibÄrger
Erschienen in Veranstaltungen
Stichwörter: Antisemitismus, Israel, Vortrag
25. März 2009
Tagesseminar
Kurz vor seinem Tod stellte sich der englische Historiker Timothy Wright Mason die Frage: “Whatever happened to Fascism?”. In der Tat begegnet einem heutzutage der - vormals recht kategoriale - Begriff entweder in inflationär entstellter Form, als Pejorativ, oder vermittels antifaschistischer Negation. Welche Ideologie sich aber hinter dem Terminus versteckt und wie sich der Faschismus als Gegenstand wissenschaftlicher Debatten etablieren konnte, darüber soll dieses Halbtagsseminar aufklären.
Es wird aber nicht nur um die wesentlichsten Faschismustheorien von A wie Agententheorie bis Z wie Zusammenbruch gehen, sondern auch der Versuch unternommen, den Zusammenhang von Faschismus und bürgerlich-kapitalistischer Gesellschaft zu untersuchen. Außerdem soll über die aktuelle Relevanz des Begriffes diskutiert werden. Die zu erörternden Fragestellungen sind: Ist der Faschismus ein historisches Phänomen, eine Negativfolie für ein sich als emanzipatorisch verstehendes Selbstverständnis oder doch nur eine totalitäre Massenbewegung? Besteht eigentlich ein Zusammenhang zwischen kapitalistischer Gesellschaft und faschistischer Ideologie? Ist in unserer modernen Demokratie ein Potential für eine Refaschisierung vorhanden oder ist der Begriff heutzutage obsolet geworden?
Der Referent Alfred J. Quack ist in unterschiedlichen linksradikalen Zusammenhängen aktiv, er arbeitet und publiziert zu unterschiedlichen ideologietheoretischen Themen, wie: Wertkritik, materialistischer Staatskritik, Kritik von Rechtsfetischismus und abstrakter Herrschaft, sowie Kritik der politischen Ökonomie. Er ist der Autor der Artikelreihe “Geschichte des Faschismus” im FreibÄrger.
Wann: 25. April, 14.00 Uhr
Wo: Jugendtreff Tee-Ei, Untermarkt 5, 09599 Freiberg
Wie immer gilt: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen bzw. rechten Parteien oder Organisationen angehören, der neonazistischen bzw. rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Autor: admin
Erschienen in Veranstaltungen
Stichwörter: Faschismustheorie, Seminar