Artikel mit dem Tag „Antifaschismus“

Ausgabe #26 - Februar/März 2002

Seite 1 von Ausgabe #26

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Themen
Leben im Asylbewerberheim
Schule ohne Rassismus
Afghanistan-Hilfsprojekt
Bildungspolitik auf dem Prüfstand
Jugendpreisrede
Interview mit Martin Schäuble
Etwas mehr Terrorismus bitte
Kommentare zu Graffiti
Radio Darmstadt berichtet & Leserbriefe
Rätselseite
Abschied von der Barri und Termine

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Antifaschistischer Karneval?

Überlegungen zum Antifaschismus in der sächsischen Linkspartei

“Ich erinnere mich sehr gut daran, dass ich als Wurzener Keks Flugblätter an die Einwohnerinnen und Einwohner verteilte. Die Verkleidungen hatten in der Stadt ansässige Firmen gesponsert. Ich erinnere mich gern an die Aktion. Sie wird auch den Nazis unvergessen sein, die damit leben mussten, dass es Konfetti auf sie regnete und dass immer wieder der Narrhalla-Marsch angestimmt und mit Trompeten und Posaunen geschmettert wurde.” [Köditz, S. 40]

Köditz und morgen?-CoverDie Sprecherin für antifaschistische Politik der Partei “Die Linke” im sächsischen Landtag, Kerstin Köditz (42), hat einen sehr persönlich gehaltenen Rechenschaftsbericht über ihr antifaschistisches Engagement in der letzten Legislatur als Buch mit dem Titel “und morgen? Extreme Rechte in Sachsen” beim Berliner Verbrecher Verlag veröffentlicht. Die Antwort auf die rhetorische Frage im Titel gibt sie in ihrem Schlusskapitel. Sie träumt davon, dass sich in ganz Sachsen Menschen gegen die Nazis stellen oder die “extreme Rechte”, wie Köditz sie auch genannt wissen will. Dieser Traumzustand scheint nach ihrem Empfinden bereits in Grimma, ihrem Heimatort, erreicht zu sein. Das Timing der Veröffentlichung passte; denn das Werk von Köditz kam rechtzeitig zur nächsten sächsischen Landtagswahl auf dem Markt, bei der sie auf Listenplatz 15 für “Die Linke” wieder kandidiert. Wenn die Partei keine derbe Abfuhr bei der Wahl erhält, dürfen Kerstin Köditz und ihr Mitarbeiter, Volkmar Wölk, für weitere fünf Jahre die antifaschistische Politik der sächsischen Linkspartei vom Landtag aus lenken. Es sei nebenbei bemerkt, dass auch für diese politische Aufgabe eine Verjüngerung längst überfällig ist.

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