Artikel mit dem Tag „Filmkritik“

“Ihr müsst ihnen Hoffnung geben”

milk7. November 1978: Beinahe 60% der Wähler in Kalifornien, USA stimmen gegen die zwangsweise Entlassung aller homosexuellen Lehrer in öffentlichen Schulen.
4. November 2008: Beinahe 60% der Wähler in Kalifornien, USA stimmen für ein Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen.

Zwei Wochen zuvor startete der neue Film von Gus van Sant in den Kinos und erzählt die Geschichte von Harvey Milk, einer der bekanntesten Bürgerrechtsaktivisten der Schwulen- und Lesbenbewegung in San Francisco während der 70iger Jahren des letzten Jahrhunderts und der erste offen schwul lebende Mann, der in ein öffentliches Amt gewählt wurde. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass die Abstimmung 1978 ein Erfolg für die Schwulen- und Lesbenbewegung wurde.Kurz darauf wurde er von einem ehemaligen Amtskollegen erschossen.
Sean Penn spielt in van Sants Film die Rolle des Harvey Milk und hat dafür zu Recht den diesjährigen Oscar als bester Hauptdarsteller erhalten, ebenso wie Dustin L. Black für das beste Original-Drehbuch.

Harvey Milk stammte aus einer Familie der Mittelklasse im Bundesstaat New York. Er studierte Mathematik und nahm als Soldat am Koreakrieg teil. Später arbeitete er in New York als Versicherungskaufmann und an der Wall Street. Zu seiner Homosexualität bekennt er sich zu dieser Zeit noch nicht öffentlich aus Angst vor Ausgrenzung.

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Waltz with Bashir

waltzwithbashirDer israelische Regisseur Ari Folman kämpft in der animierten Dokumentation mit seinen Erinnerungen an den ersten Libanonkrieg.

Eine Filmkritik

26 wilde Hunde hetzen auf der Jagd nach einem Mann durch belebte Straßen. Ein Freund, der 1982 von Israel als Soldat in den Libanon geschickt wurde, erzählt Ari Folman von diesem immer wiederkehrenden Albtraum. Er hatte die Aufgabe, bellende Hunde zu erschießen, bevor sie feindliche Truppen aufwecken könnten. Diese würden nun versuchen, sich an ihrem Mörder zu rächen. Ari Folman, der zur gleichen Zeit im Libanon stationiert war, kann sich dagegen an seine Erlebnisse in der Kriegszeit nicht mehr erinnern, ihm blieb nur eine diffuse Traumsequenz. Um die verlorenen Bilder wieder zu finden, macht er sich auf die Suche nach weiteren Kameraden. Dabei begleitet ihn die Angst, an den Massakern in den Flüchtlingslagern Sabra und Shatila, bei denen christliche Falangisten unter den Augen der israelischen Armee Tausende von palästinensischen Zivilisten abschlachteten, beteiligt gewesen zu sein.

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