Artikel mit dem Tag „Geschichte“

Die brutale Beendigung einer demokratischen Erfolgsgeschichte

Hans Martin Schleyer und die deutsche Vernichtungselite in Prag Nachdem bereits in Folge des Münchener Abkommens vom 30. September 1938 die tschechischen Grenzgebiete als „Gau Sudetenland“ von Deutschland annektiert worden waren, wurde die Tschechoslowakei am 15. März 1938 durch die Besetzung der verbliebenen tschechischen Landesteile durch deutsche Truppen sowie die Unabhängigkeitserklärung einer faschistischen Regierung in der Slowakei aufgelöst. Daran schloss sich ein sechsjähriges deutsches Terrorregime an, dem 78.000 der 120.000 in Böhmen und Mähren lebenden Juden zum Opfer fielen. Auch die tschechische Bevölkerung sollte nach den Vorstellungen des Chefraumplaners der SS, Konrad Meyer, nach Ende des Krieges entweder eingedeutscht oder „umgesiedelt“ werden. Vorerst wurden diese Menschen aber noch für den Weiterbetrieb der kriegswichtigen und hochentwickelten tschechischen Industrie benötigt. Bereits während des Krieges war mit der Arisierung des Landes begonnen worden, in dem unter anderem 16.000 Bauernhöfe enteignet und an „Volksdeutsche“ weitergegeben wurden.

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“Echte” und “unechte” Flüchtlinge

Geschichte der Flüchtlinge und des Asylrechts in der Bundesrepublik Deutschland

“Echte Flüchtlinge”, “Wirtschaftsflüchtlinge”, “Missbrauch des Asylrechts”, “Illegale”. Diese Schlagworte prägten die Debatte um die Flüchtlinge, die aus der sowjetischen Zone in die westlichen Zonen übersiedelten. In den ersten Nachkriegsjahren (1946-49) war die Frage der Aufnahme und Unterbringung dieser Flüchtlinge ein wichtiges innenpolitisches Thema und sorgte für Konflikte zwischen den Alliierten und der lokalen deutschen Verwaltung. Anders als bei den sog. Vertriebenen, die aufgenommen werden mussten, sah man bei den Flüchtlingen aus der Sowjetzone, den sog. illegalen Grenzgängern, keinen Anlass, mit diesen den knappen Wohnraum und die Lebensmittel zu teilen. Deshalb einigte man sich in den westlichen Zonen, nur diejenigen der illegalen Grenzgänger aufzunehmen, die Familie hatten oder vor individueller politischer Verfolgung in der Sowjetzone geflohen waren. Es wurde eigens ein Verwaltungsverfahren geschaffen, in dem diese Flüchtlinge ihre individuelle politische Verfolgung glaubhaft machen mussten, sich als “echte Flüchtlinge” beweisen mussten. Trotz dieses Verfahren riss der Strom der Flüchtlinge aus der Sowjetzone nicht ab. Deshalb schlugen die deutschen Behörden der britischen Militärregierung vor “Arbeits- und Umerziehungslager” zur Ab- schreckung von potentiellen Flüchtlingen zu errichten oder sie in Sammelunterkünften mit Gemeinschaftsverpflegung unterzubringen und sie anschließend in die sowjetische Zone zurückzutransportieren – die Militärregierung ließ sich auf diese Vorschläge nicht ein1.

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Erfolgsgeschichte Bundesrepublik?

Erfolgsgeschichte BundesrepublikDie Nachkriegsgesellschaft im langen Schatten des Nationalsozialismus

Eine Buchkritik

Nächstes Jahr steht der 60. Geburtstag der Bundesrepublik an. Dies wird trotz der momentanen Fokussierung der Öffentlichkeit auf die Deutschen als Opfer der Geschichte sicher Anlass für eine verstärkte Beschäftigung mit den Kontinuitäten zwischen Drittem Reich und Bundesrepublik sein.

Bereits in diesem Jahr ist unter dem Titel “Erfolgsgeschichte Bundesrepublik? Die Nachkriegsgesellschaft im langen Schatten des Nationalsozialismus” zu diesem Thema ein von Stephan Alexander Glienke, Volker Paulmann und Joachim Perels herausgegebener Sammelband erschienen.

In diesem werden in 15 Aufsätzen von jeweils unerschiedlichen AutorInnen verschiedenste Aspekte einer solchen Kontinuität vor allem in den Anfangsjahren der Bundesrepublik in einer großen Breite an gesellschaftlichen Bereichen von Universitäten und Literatur über den Naturschutz bis zur Justiz untersucht.

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