Beim “Heisenhof” schauten sie gleich vorbei. Die Medien hatten am 9. Mai über den Teilerfolg des Neonazianwalts Jürgen Rieger im Rechtstreit um die Immobilien der “Wilhelm Tietjen Stiftung für Fertilisation Limited” berichtet. Schon machten sich wieder Neonazis am Wochenende auf dem Weg zu dem ehemaligen Bundeswehrgelände im niedersächsischen Dörverden. In jeden Orten und Gemeinden, wo Neonazis Immobilien, große Anwesen oder kleine Läden, erwerben festigt sich nicht nur die alteingesessen Szene, auch neue Interessierte werden angezogen. Die Räumlichkeiten sind Rückzugsräume für Gesinnungsgenossen, sie dienen als Ort für Schulungen, Veranstaltungen und den Vertrieb rechtsextremer Propagandaartikel. Regionale Ansiedlungen ermöglichten zudem oft eine lokale Verankerung Über den einfachen Akt der Widereintragung gelang Rieger eine neue Rechtssituation zu schaffen. Vor dem Pfingstwochenende gelang ihm seine 2006 gelöschte Firma “Wilhelm Tietjen Stiftung” erneut ins Londoner Handelsregister einzutragen. Die Folge: Rieger hat als Bevollmächtigter der Firma wieder volle Verfügungsmacht über alle Anwesen der einst verloren gegangenen Häuser. Im thüringischen Pößneck werden die Stadtoberen die Nachricht wenig beglückt sein. Dort mitten in der Stadt unterhält Rieger das “Schützenhaus”.

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