Artikel mit dem Tag „Linksworte“

Ausgabe #52 - Oktober/November 2006

Seite 1 von Ausgabe #52

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Themen
Unterwegs mit PartisanInnen
Meutzner-Bad, JN
Volksdemokratie?
Linkspartei.PDS und Israel
Christian Heinrich Spiess
Faschisierung der Jugend
Hoyerswerda
Tod eines Nazis
Mordanschlag auf Antifa
Potemkin
Demos im Oktober
Tootsies & Boggle
Buchtip

Die Ausgabe als PDF

Über das Freiheitsverständnis der Mittelsächsischen Linksworte

“aktuelles von der freiheitsinsel kuba” ist der Titel einer Serie in den aktuellen Linksworten. Allein die Bezeichnung “freiheitsinsel” für einen der letzten “real existierenden” sozialistischen Staaten zeigt, wessen Geistes Kind der Autor zu sein scheint. Ein Staat, in dem Oppositionelle eingesperrt werden und die kommunistische Partei seit über 40 Jahren uneingeschränkt als Staatspartei operiert, wird gegen jegliche emanzipatorische Kritik verteidigt.

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Unschuldiges Freiberg

Wie die lokale Zeitschrift der Linkspartei den Geschichtsrevisionismus fördert

Wer sich die Oktoberausgabe der Freiberger Linkspartei Zeitung “Linksworte” einmal genauer anschaute, wunderte sich doch sehr über das Geschichtsverständnis der Redakteure. Unter der Rubrik “Kalenderblatt” veröffentlichten sie einen Text über die Bombardierung Freibergs im Oktober 1944.

Da heißt es, Freiberg wurde “zum Ziel angloamerikanischer Terrorbomber” und sei das Opfer eines “barbarischen Angriff(s)”. Hier werden Täter zu Opfer gemacht und der Terror, der in Deutschland schon seit 1933 regierte, den anderen zugeschoben. Auf die Rolle Freibergs im Nationalsozialismus, wo es ein KZ Außenlager mit über 1000 weiblichen Häftlingen gab, die für die NS-Kriegsmaschinerie Sklavenarbeit leisten mussten, wurde an keiner Stelle eingegangen.

Wer genauer forschte merkte bald das der Text in den Linksworten von einem Flugblatt kopiert wurde, das Freiberger und Dresdner Neo-Nazis am 7.Oktober in Freiberg während einer Kundgebung verteilten. Nicht nur das die Redaktion der “Linksworte” geschichtsrevisionistische Positionen verbreitet, sie bedient sich dafür auch noch bei Nazis. Für all die Menschen in den KZ und im Untergrund waren die Bombardierungen deutscher Städte ein Hoffnungsschimmer und ein Hinweis auf die nahende Befreiung. Chava Livni eine Überlebende des KZ Freiberg berichtete : “… jede Detonation ist wie ein Geschenk!”.