Ein Blick in die Mitte
22. Juni 2009
Rechtsextreme Einstellungen und ihre Ursachen in Deutschland
Vor knapp 2 Jahren, im November 2006, hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Studie von Dr. Oliver Decker und Prof. Elmar Bähler der Uni Leipzig mit dem Titel “Vom Rand zur Mitte - Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland” vorgestellt und damit einige Aufmerksamkeit in der Medienlandschaft auf sich gezogen. Denn es hatte sich bei der Befragung von über 5000 Deutschen gezeigt, dass rechtsextreme Einstellungen kein Phänomen einiger Randgruppen sind, sondern tief verankert in der Mitte der Gesellschaft zu finden sind. So stimmten z.B. über ein Viertel der Befragten ausländerfeindlichen Aussagen zu. Bei 8,6% der Studienteilnehmer wurde gar ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild konstantiert. Die Unterschieder zwischen Ost und West waren dabei nicht besonders groß. Die Studie hatte mehrere interessante Ergebnisse zu den Ursachen rechtsextremer Einstellungen. Einerseits führt fehlende politische Einflussmöglichkeit eher zu einer rechtsextremen Einstellung als mangelnde wirtschaftliche Unabhängigkeit. Außerdem ist die persönlicher Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben und der eigenen wirtschaftlichen Situation entscheidender für die Ausprägung rechter Ressentiments als die tatsächliche individuelle ökonomische Situation. Eine weitere wichtige Erkenntnis ist die Tatsache dass Rechtsextremismus kein Phänomen der Jugend ist sondern sich durch alle Altersstufen zieht. Insofern ist es wichtig öffentlich geförderte Programme gegen Rechtsextremismus nicht nur auf die Jugend zu konzentrieren.