Teil III: L’Italia del fascio. Aufstieg und Fall des italienischen Faschismus.
26. Juni 2009
“Der Weg des Faschismus ist der Weg des Maschinellen, Toten, Erstarrten, Hoffnungslosen. Der Weg des Lebendigen ist grundsätzlich anders, schwieriger, gefährlicher, ehrlicher und hoffnungsvoll.”1
Zwei Sachen Vorweg: Ich möchte mich zuerst bei der Redaktion und der teuren Leserschaft entschuldigen, denn dieser Text ist schon wieder länger geworden als geplant. Auch werde ich künftig nicht mehr lauthals verkünden mich beim nächsten Mal kürzer zu fassen. Außerdem findet erfreulicherweise eine Auseinandersetzung bezüglich einer Relevanz des Faschismusbegriffs mittlerweile auch in andereren linken Medien statt2, was zeigt wie richtig und wichtig diese für eine antifaschistische Theorie und die daraus resultierende Praxis ist.
Beim letzten Mal hatte ich mich mit jenen Theoretikern beschäftigt, die nach meiner Auffassung wichtige Geburtshelfer für die faschistische Ideologie waren. Außerdem ist die Entstehungsgeschichte der frühen faschistischen Bewegung Italiens etwas näher beleuchtet worden. Bevor ich diesmal etwas zur Machtergreifung und zum Ausbau der politischen Macht im faschistischen Staat schreibe, soll zunächst der Frage nachgegangen werden, wie es denn überhaupt zu einem Rechtsruck innerhalb der syndikalistischen Linken Italiens und schlussendlich zur Entstehung einer faschistischen Massenbewegung kommen konnte. Die Sorelianer waren schließlich nur eine kleine Minderheit und auch ein später vollzogener Schulterschluss mit anderen politischen Kräften erklärt nicht, wie der Faschismus binnen kürzester Zeit zur politischen Herrschaftsform avancieren konnte.