Teil IV: Tenemos un Caudillo! Der autoritäre Staat Francos.
27. Juni 2009
In der letzten Ausgabe wurden als thematischer Schwerpunkt die relativistischen Tendenzen im geschichtspolitischen Diskurs der Berliner Republik behandelt. Vielleicht wäre es diesbezüglich auch einmal interessant gewesen über den Tellerrand deutscher Befindlichkeiten zu schauen und sich mit der Geschichtsaufarbeitung des spanischen Königreiches zu beschäftigen. Der Übergang vom semifaschistischen Regime Francisco Franco Bahamondes, hin zu einer freiheitlichen Demokratie, vollzog sich dort nämlich nahezu fließend. Erst in den letzten Jahren mehrten sich kritische Stimmen und mittlerweile gibt es - sogar staatlicherseits initiiert - zahlreiche Versuche die eigene unrühmliche Vergangenheit mal mehr, mal weniger kritisch aufzuarbeiten. Diesmal soll also der Franquismus behandelt werden. Bezüglich meiner vergleichenden Faschismusanalyse geht es mir dabei vorrangig um einen Blick auf die Besonderheiten dieser Diktatur, sowie um die politischen Kräfte hinter dem einzigen faschistischen Regime, das noch nach dem Zweiten Weltkrieg, bis ins Jahr 1977 hinein fortexistieren konnte.