Artikel mit dem Tag „Umgehungsstraße“

Ausgabe #65 - Dezember/Januar 2009/2010

Editorial der Ausgabe Dezember 2008/Januar 2009 (#65)

Liebe Leserinnen und Leser,
wie so oft ist auch die Ausgabe nicht pünktlich erschienen, aber wir geloben Besserung und haben damit auch schon einen guten Vorsatz für das nächste Jahr. Im aktuellen Heft haben wir diesmal kein explizites “Thema” wie in den letzten Ausgaben, dafür einiges mit lokalem Bezug und einen großen Abschnitt mit antifaschistischen Themen. Auch unsere Reihe zum Faschismus wird fortgesetzt, diesmal mit “Die Geschichte des Faschismus”. Der Autor hat uns übrigens versprochen dass sein nächster Artikel etwas kürzer wird. Über die Feiertage findet sich aber bestimmt genug Zeit um den langen aber auch sehr informativen Text zu lesen.

Sehr glücklich sind wir auch über den Artikel des Antifaschistischen Rechercheteams aus Döbeln über die Nazisaktivitäten im zugehörigen (ehemaligen) Landkreis. Seit der letzten Gebietsreform gehört Freiberg ja zum Landkreis Mittelsachsen. Für uns ein Anlass über die Erweiterung unseres Themenspektrums nachzudenken und hoffentlich auch in Zukunft mehr aus der näheren und weiteren Umgebung von Freiberg berichten zu können.

Für die nächste Ausgabe haben wir schon ein umfangreiches Thema geplant. Im Februar werden wir uns intensiv mit der Gedenkkultur in Deutschland befassen, passend zum alljährlichen Aufmarsch der Nazis in Dresden. Aber abgesehen von diesem offensichtlichen Problem dass man als links eingestellter Mensch mit dem Gedenken in Deutschland hat, gibt es noch eine Menge mehr zu beleuchten, diskutieren und kritisieren.
Unseren Leserinnen und Lesern wünschen wir ein geruhsames Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Antifaschistische Grüße

Die Redaktion

Cover der Ausgabe #65 des FreibÄrger

Cover der Ausgabe #65 des FreibÄrger

Inhalt

Lokales
Willkommen in Freiberg
Umgangen
Klassenkampf mal anders

Politics
Die NPD im Superwahljahr 2009

Antifa
Ein Terrorist für Mittelsachsen
Richtige Deutsche gegen Nazis
Nazistrukturen im ehemaligen Landkreis Döbeln

Theorie
Die Geschichte des Faschismus Teil II

Kultür
Filmkritik
Buchkritik

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Ausgabe #48 - Februar/März 2006

Seite 1 von Ausgabe #48

Seite 1 von Ausgabe #48

Themen
Little Town Blues+SWG
Eine Welt
Verkehr in FG
MfS und Stadtrat+Patriotismus?
Mahnwache+Darmstadt+NPD-Aussteiger
TU Dresden+SS-Sponsor+Rechtsrock von Saxorior?
LeserInnenpost
Tootsies & Boggle

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Ausgabe #45 - Juli/August/September 2005

Seite 1 von Ausgabe #45

Seite 1 von Ausgabe #45

Themen
CDU ganz rechts
Luftwaffe in Freiberg
Versprochen…
Jugendvilla in Darmstadt
1 EURO-Jobs
Nazis in Jena, Leipzig…
Buchenwald-Camp
Wunsiedel-Aktionen
Filmkritik, Briefkastenfunde
Tootsies und Boggle

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Die unendliche Geschichte

Die geplante Ortsumgehung spaltet nicht nur den Hospitalwald, sondern auch die FreibÜrger_innen

Es gibt wohl kaum eine Umgehungsstraße in Deutschland die seit mehr als sieben Jahrzehnten immer mal wieder geplant wird. In Freiberg ist das bekanntlich anders, allerdings scheint auch hier ein Ende in Sicht. Weiterhin nicht beendet sind allerdings die leidenschaftlich geführten Diskussionen über das Für und Wider der Umgehungsstraße. Betrachtet man den Streit oberflächlich, so gewinnt man leicht den Eindruck hier stehen sich Menschenfreunde und Naturschützer unversöhnlich gegenüber. Ganz so einfach ist die Sache dann doch nicht, auch wenn die Diskussion mitunter sehr leidenschaftlich oder gar unsachlich wird. So hieß es in Leserbriefen an die Freie Presse, die Gegner der Ortsumgehung seien schon “aus Prinzip” dagegen und Naturschutz wird gegen den Schutz des Menschen ausgespielt. Der Knackpunkt der ganzen Debatte liegt wohl eher bei der Tatsache, dass die derzeit geplante Trasse weder die Interessen der Naturschützer noch das Anliegen Freiberger Bürger, Lärmbelästigung und Luftverschmutzung im Stadtgebiet zu verringern, in Einklang bringen kann. Die Verlagerung des Verkehrs in den Hospitalwald nimmt den Einwohnern der Bergstadt ein wertvolles Erholungsgebiet und vielen gefährdeten und seltenen Tierarten ein weiteres Stück Lebensraum. Hinzu kommt, dass die geplante Trasse auch auf die Flora-Flauna-Habitate (sog. FFH-Gebiete) der Bergbauteiche und im Muldental negativ beeinträchtigen wird. Auch ist fraglich, ob sich die Wohnqualität in einigen stadtrandnahen Wohngebieten wie Neu-Friedeburg oder Wasserberg durch die Umgehungsstraße verbessern wird.

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Umgangen?

Seit Jahren ist die geplante Ortsumgehungsstraße in Freiberg ein brisantes Thema und Anlass zahlreicher Kontroversen. Während einige das Wohl und die Zukunft der gesamten Stadt in der Realisierung der Umgehungsstraße sehen, versuchen andere den Bau oder zumindest die Streckenführung zu verhindern. Doch worum geht es überhaupt?

Die Bundesstraßen 173 und 101 verlaufen durch die Freiberger Innenstadt und kreuzen sich am Bebelplatz in der Nähe des Kauflands. Durchgangs- und Berufsverkehr sowie LKW führen zu einer hohen Staub- und Lärmbelästigung, zu Staus und einer extremen Auslastung der Straßen. Eine Prognose des DTV geht für das Jahr 2010 von einer Auslastung von 13.000-20.000 Fahrzeugen pro Tag für die B 173 und von 14.500-22.500 Fahrzeugen pro Tag für die B 101 aus. Die Zahlen sind schon seit langem bekannt: Seit 1993 wurde die Ortsumgehungsstraße als Lösung diskutiert. Sie soll die Verkehrsbelastung verringern, die Leistungsfähigkeit der Bundesstraßen erhöhen und zu einer Steigerung der Wirtschaftskraft der Stadt führen. Ähnliche Pläne für eine Umgehungsstraße gab es bereits in den 1930er Jahren.

1995 wurde eine Bedarfsprognose erstellt, die u. a. zu den oben genannten Zahlen kam. Seit 2000 gab es ein so genanntes Linienbestimmungsverfahren, in dem der Verlauf der Straße festgelegt wurde. Anfangs noch als Ortsumgehung um ganz Freiberg geplant, soll sie nun die Leipziger Straße in Höhe der Brauerei mit der Hainichener Straße in Höhe des Kretzschmarstiftes, die Chemnitzer Straße in Höhe der ESSO-Tankstelle, die B 101 in Höhe des Häuersteigs, die Frauensteiner Straße und das Gewerbegebiet Ost an der B 173 miteinander verbinden.

Für den Bau der 13 Kilometer langen, zwei-, an manchen Stellen dreispurigen Straße sind momentan 43,4 Millionen Euro veranschlagt, die vom Bund getragen werden. Der Bau soll in vier Abschnitten erfolgen und insgesamt sieben Jahre in Anspruch nehmen, wobei die ersten beiden Abschnitte, Leipziger Straße – Chemniter Straße und Chemnitzer Straße – Häuersteig, bereits jetzt den Unmut der Anwohner_innen auf sich ziehen. So soll die Umgehungsstraße als Hochstraße durch den Hospitalwald verlaufen, deren Überquerung nur an einigen wenigen Stellen möglich sein wird. Die Erholungsfunktion des Waldes wird durch Lärm- und Staubbelastung vor allem deshalb eingeschränkt, weil an dieser Stelle keine Lärmschutzwände aufgestellt werden. Eine Alternativroute, die in Höhe des Waldcafés den Wald weitestgehend unbeschadet gelassen hätte, wurde aufgrund höherer Kosten verworfen. Dieses Flurstück soll jetzt stattdessen als Landschaftsausgleich mit Laubmischwald aufgeforstet werden. Weitere Aufforstungen sind am südlichen Stadtwald und am Ziegeleiweg geplant. Dennoch wird es Jahrzehnte dauern, bis diese Aufforstungsflächen einen annähernd vergleichbaren Erholungswert liefern werden wie die zerstörten Gebiete. Am Häuersteig wird vor allem das Waldbad Soldatenteich die Auswirkungen der Umgehungsstraße spüren, die in kurzer Entfernung zum Waldrand verlaufen soll.

In Friedeburg versucht eine Bürger_inneninitiative auf rechtlichem Weg den Streckenverlauf zu ändern. Mit den Eigentümer_innen der Flurstücke, welche die Straße passieren soll, muss zudem noch verhandelt werden. Sollten sich diese mit den Ausgleichszahlungen nicht zufrieden geben, muss auch an dieser Stelle nochmals umgeplant werden.

Bis der Bau beginnen kann wird also noch etwas Zeit vergehen. Zeit, in der die Bewohner_innen der Innenstadt weiter mit Lärm- und Staubbelästigung auskommen müssen, aber auch Zeit, in der der Hospitalwald noch zum Joggen, Spazieren und Erholen genutzt werden kann.