02. Januar 2010

Donnerstag, 14. Januar 2010 | Roter Weg 43
Aktivbürger, Zivildienstleistende und stille Gesellschafter.
Facetten der Zivilgesellschaft in Deutschland
Vortrag und Diskussion zur Kritik der Zivilgesellschaft
mit Till Grefe (Jungle World)
und Alfred J. Quack (FreibÄrger)
Der Begriff „Zivilgesellschaft“ ist so schillernd wie umstritten. Als eine Erklärung für den hegemonialen Erfolg von Nazis wird häufig der Mangel zivilgesellschaftlicher Strukturen benannt; so genannte zivilgesellschaftliche Akteure beklagen wiederum, sie seien zu wenige und aus zahlreichen Antifazusammenhängen wird die Kritik laut: Die deutsche Zivilgesellschaft ist nationalistisch, rassistisch und beerbt ohnehin nur die Volksgemeinschaft der Nazis. Ausgehend von den wichtigsten Theorien zur „Zivilgesellschaft“ stellt der Vortrag die Frage, ob hierzulande überhaupt von „einer“ Zivilgesellschaft gesprochen werden kann und wird ausgehend von einer Kritik der referierten Ansätze eine alternative Zustandsbeschreibung der gesellschaftlichen Verfasstheit und der Bedeutung des Nationalismus entwickeln.
Ermöglicht wird die Veranstaltung durch die freundliche Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Wie immer gilt: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen bzw. rechten Parteien oder Organisationen angehören, der neonazistischen bzw. rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Autor: Redaktion FreibÄrger
Erschienen in Veranstaltungen
Stichwörter: Gesellschaftskritik, Vortrag, Zivilgesellschaft
30. Oktober 2009
Lesung und Gespräch mit Ministerpräsident a.D. Dr. Reinhard Höppner
Montag, 02.11.09
19:00 bis 21:00 Uhr
Büchereck am Dom, Kirchgasse 15, 09599 Freiberg
“Eine ebenso kenntnisreiche wie lebhafte Schilderung dieser Schlüsselzeit unserer Geschichte.”
Richard von Weizsäcker
Aus eigener Erfahrung und mit ebenso unterhaltsamen wie symbolträchtigen Episoden veranschaulicht Reinhard Höppner die Geschichte der DDR und den Aufstand gegen die SED-Herrschaft im Herbst 1989. In jenen Monaten vom Fall der Mauer bis zum Tag der Einheit schwankten viele Bürger zwischen der Freude über die neugewonnene Freiheit und der Angst vor künftigen Veränderungen. Die Dynamik der Ereignisse setzte auch Politiker in Ost und West unter Druck. Aufrichtig zieht Reinhard Höppner Bilanz: Was hätte auf dem Weg zur Einheit besser gelingen können? Oder ließ das Tempo der Veränderung tatsächlich keinen Raum für Alternativen? Eine aufschlussreiche und eindrucksvolle Darstellung von einem glaubwürdigen Zeitzeugen auch für all jene, die diese dramatischen Ereignisse nicht unmittelbar miterlebt haben.
Dr. Reinhard Höppner, Jahrgang 1948, studierte nach einer Ausbildung zum Elektromonteur in Dresden Mathematik. 1980 - 1994 war er Präses der Synode der evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen. Er engagiert sich im Deutschen Evangelischen Kirchentag, dessen Vorstand er seit 2001 angehört.
Im Dezember 1989 trat Reinhard Höppner in die neu gegründete SDP der DDR ein. 1990 war er Mitglied der ersten freigewählten Volkskammer der DDR und amtierte dort als einer der Vizepräsidenten. Er war seit den ersten Landtagswahlen 1990 bis 2006 Mitglied des Landtages und 1994 - 2002 Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt.
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Autor: Redaktion FreibÄrger
Erschienen in Aktuelles
Stichwörter: Friedrich Ebert Stiftung, Vortrag
21. August 2009
Ich werde versuchen, einige grundlegende Elemente des antisemitischen Weltbildes darzulegen. Eine Beschäftigung mit diesem Thema ist kein voluntaristischer Akt, es ist kein Thema unter anderen, mit dem man sich eben auch mal so auseinandersetzen muss. Es ist nicht einfach ein Thema, das man pflichtschuldig auf dem Buko abhandeln und danach ad acta legen kann. Es ist mehr als nur ein weiterer Widerspruch im linken Kanon. Genau deshalb gibt es auch Gründe für die Vehemenz der Auseinandersetzung in den letzten Jahren. Die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus und die ideologietheoretisch fundierte Kritik desselben markieren die zentralen Topoi, an denen eine progressive Position ihre Geltung zu erweisen hat. Die Verkennung der Zentralität der Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus zieht sich durch die linke Geschichte. So ist es keineswegs als allgemein akzeptiert vorauszusetzen, was Max Horkheimer schon vor einigen Jahrzehnten in einem Brief an Harold Laski formuliert hat: “So wahr es ist, dass man den Antisemitismus nur aus unserer Gesellschaft heraus verstehen kann, so wahr scheint es mir zu werden, dass heute die Gesellschaft selbst nur durch den Antisemitismus richtig verstanden werden kann.”
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Autor: Sebastian Voigt
Erschienen in Ausgabe #68, Theorie
Stichwörter: Antisemitismus, Kritik, Vortrag
25. Mai 2009
Vortrag und Diskussion mit Sebastian Voigt

Aufgrund des jahrelangen Raketenbeschusses durch die militant-islamische Organisation Hamas kam es zum Jahreswechsel 2008/09 zu einem israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen. Dies führte in vielen deutschen und europäischen Großstädten zu antiisraelischen Massendemonstrationen. Als “Friedensdemonstrationen” getarnt, ging es dabei aber zumeist darum, den Hass gegen Israel auf die Straße zu tragen - das Leid im Gazastreifen war dazu nur ein Mittel zum Zweck. Holocaustvergleiche, Plakate, auf denen Hakenkreuz und Davidstern gleichgesetzt wurden und “Juden ins Gas”-Rufe ließen erahnen, wessen Geistes Kind die Mehrheit der Demonstrant_innen waren. Es ging ihnen nicht darum, einzelne, konkrete Maßnahmen der israelischen Politik zu kritisieren, sondern um ein antijüdisches Ressentiment. Es waren die größten antisemitischen Aufmärsche in Europa seit der Zerschlagung des Nationalsozialismus. Dabei demonstrierten Nazis, Islamist_innen und Linke gemeinsam. Fahnen der Hamas und der Hizbollah wehten neben denen der Linkspartei und immer wieder wurde offen zur Zerstörung Israels aufgerufen.
Bei dem Vortrag soll versucht werden, die grundlegenden Elemente des Antisemitismus darzulegen. Der Referent wird zudem das Verhältnis zwischen Antisemitismus und Antizionismus diskutieren sowie die Frage beantworten, warum die Solidarität mit dem jüdischen Staat gerade für eine emanzipatorische Staats- und Gesellschaftskritik unumgänglich ist.
Sebastian Voigt ist Mitglied des Leipziger “Bündnis gegen Antisemitismus” und Gründungsmitglied des BAK Shalom (Bundesarbeitskreis Shalom in der Linksjugend Solid).
Wann: 6. Juni, 19 Uhr
Wo: Jugendtreff Tee-Ei, Untermarkt, Freiberg
Wie immer gilt: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen bzw. rechten Parteien oder Organisationen angehören, der neonazistischen bzw. rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Autor: Redaktion FreibÄrger
Erschienen in Veranstaltungen
Stichwörter: Antisemitismus, Israel, Vortrag